Der Nullplan oder Fast-Nullplan als Insolvenzwerkzeug

13.02.2020

LESEZEIT:

Der Nullplan: Nach ESUG (Gesetz zur Erleichterung zur Sanierung von Unternehmen) ein Muss für jeden Schuldenberater und Insolvenzanwalt

Ein Nullplan oder Fast-Nullplan ist ein wichtiges Werkzeug im Verbraucherinsolvenzverfahren oder Regelinsolvenzverfahren Für die Verbraucherinsolvenz bedeutet er, dass auch Schuldner ohne Einkommen oder Vermögen eine Restschuldbefreiung erlangen können. In der Regelinsolvenz kann mit diesem Instrument schneller erwirkt werden, dass ein außergerichtlicher Schuldenvergleich scheitert. Demnach geht das betroffene Unternehmen schneller in das Insolvenzverfahren.

Rahmenbedingungen

Der Nullplan kommt immer dann zum Einsatz, wenn kein pfändbares Einkommen oder Vermögen zur Verfügung steht. In der Verbraucherinsolvenz ist dies auch dann möglich, wenn der Schuldner ein Einkommen und zusätzliche Unterhaltspflichten hat. Aufgrund der Unterhaltspflicht liegt die Grenze des pfändbaren Einkommens deutlich höher, sodass kein Geld im Monat gepfändet werden kann. In diesem Fall kann jedem Insolvenzgläubiger ein derartiger Plan vorgelegt werden. Schuldner verpflichten sich mit diesem Plan jedoch, eine Einmal- oder Ratenzahlung zu leisten, sobald dies möglich ist. Verbessert sich also die Einkommens- und Vermögenssituation, müssen die Schulden insgesamt getilgt werden. Verbessert sich die Situation jedoch nicht, müssen die Gläubiger nach Ablauf von sechs Jahren auf ihre Forderungen komplett verzichten.

Fast-Nullplan zur außergerichtlichen Schuldenbereinigung

Für die Gläubiger gibt es mit einem Nullplan gegenüber einer Insolvenz faktisch keinen Vorteil. Aus diesem Grund erklären sie ihren Forderungsverzicht nicht und gehen nicht auf den Nullplan ein. Im Hinblick auf die Regelinsolvenz wäre der zwingend notwendige Versuch auf einen außergerichtlichen Schuldenvergleich also gescheitert. Modelle mit einer sehr geringen Befriedigungsquote werden auch als Fast-Nullplan bezeichnet. Auch sie scheitern an den meisten Gläubigern. Das Unternehmen kann danach sofort in das Insolvenzverfahren einsteigen und eventuell eine Sanierung von Unternehmen anstreben.

 

 

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