Info an die Unternehmen zu Corona: Die Hilfen des Staates im Überblick

18.10.2020

LESEZEIT:

Die gute Nachricht in diesen Tagen lautet, dass der Staat den Unternehmen wegen der Ausbreitung des Corona-Virus sämtliche Hilfen zur Verfügung stellt: Die Corona-Hilfen für gewerbliche und freiberufliche Unternehmen machen das größte Hilfspaket in der Geschichte der Bundesrepublik aus. Dieses Hilfspaket sorgt für zielgerichtete Hilfe der Unternehmen.

Diese Hilfen kann jedoch nur in Anspruch nehmen, wer den Überblick behält und sich seiner Lage als Geschäftsführer bewusst ist. Lesen Sie genau hier, wie das Corona-Hilfspaket aktuell ausgestaltet ist.

 

1. Überbrückungshilfen

Der Staat stellt Unternehmen Überbrückungshilfen zur Verfügung. Wir klären Sie als Geschäftsführer hierzu auf.

WAS SIND ÜBERBRÜCKUNGSHILFEN? Wenn die Auflagen und Schließungen wegen des Corona-Virus in vielen Branchen zu Umsatzeinbußen geführt haben, stellt der Staat Leistungen zur Verfügung: An diesen Stellen setzt die Überbrückungshilfe an. Sie ist ein branchenübergreifendes Zuschussprogramm für den Mittelstand.

WELCHE PHASEN GIBT ES BEI DER ÜBERBRÜCKUNGSHILFE UND WAS BEDUETET DAS?Mit der Überbrückungshilfe in Phase 1 für 3 Monate (Juni bis August 2020) ist kleinen und mittelständischen Unternehmen, die unmittelbar oder mittelbar durch Corona-bedingte Auflagen oder Schließungen betroffen waren, zunächst für die Monate Juni bis August 2020 eine Liquiditätshilfe gewährt worden. Damit schließt dass Programm zeitlich an das Soforthilfeprogramm der Bundesregierung, das im März bis Mai 2020 bestand, an. Die Phase 2 der Überbrückungshilfe kann für 4 Monate (September bis Dezember 2020) ab dem Antragsbeginn Mitte Oktober 2020 beantragt werden. Diese Phasen ordnen die Leistungen lediglich nach dem Zeitpunkt der Anträge ein. Inhaltliche Unterschiede ergeben sich für Sie daraus nicht.

WER IST ANTRAGSBERECHTIGT? Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen, die die verschiedenen Förderbedingungen erfüllen, etwa die Bedingungen zur Unternehmensgröße und zu Umsatzrückgängen, sowie Soloselbstständige und selbstständige Angehörige der freien Berufe im Haupterwerb und gemeinnützige Einrichtungen, unabhängig von ihrer Rechtsform, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind.

WIE STELLE ICH DEN ANTRAG? Der Antrag auf Überbrückungshilfe muss digital gestellt und eingereicht werden. Dabei bestehen folgende Stufen der Beantragung:

1. DIENSTLEISTER SUCHEN. Zunächst müssen Sie einen Steuerberater, steuerberatenden Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer kontaktieren. Die Anträge können Sie nur in Zusammenarbeit mit diesen Dienstleistern stellen und direkt Ihr weiteres gemeinsames Vorgehen zur Antragstellung besprechen.

2. REGISTRIERUNG. Ihr Dienstleister muss sich auf der bundesweiten Online-Plattform registrieren. Der komplette Antrag erfolgt digital: Dies umfasst die Antragstellung und das Einreichen der Unterlagen. Außerdem kann sich Ihr Dienstleister hier jederzeit über den Bearbeitungsstand Ihres Antrages informieren. Sobald der Bescheid vorliegt, wird der Dienstleister benachrichtigt.

WIE FUNKTIONIERT DAS WEITERE VERFAHREN?
Nachdem die Anträge auf Überbrückungshilfe im bundesweiten Online-Antragsportal eingegangen sind, werden sie automatisch an die zuständigen Bewilligungsstellen in den Bundesländern weitergeleitet. Die Antragsbearbeitung erfolgt dann auf Ebene der Länder. Das heißt für Sie: Für jedes Bundesland sind eine oder mehrere landesspezifische Bewilligungsstellen verantwortlich, die sich mit Ihrem Antrag befassen.

2. Das KfW Sonderprogramm

WAS IST DAS KfW-SONDERPROGRAMM? Die Mittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz KfW), sie ist eine Förderbank, die weltweit größte nationale Förderbank sowie nach Bilanzsumme die drittgrößte Bank Deutschlands, für das KfW Sonderprogramm sind unbegrenzt. Diese Mittel stehen sowohl kleinen, mittelständischen Unternehmen als auch Großunternehmen zur Verfügung. Das Sonderprogramm umfasst Vorteile, wie die erneute Verbesserung von Kreditbedingungen, niedrigere Zinssätze und eine vereinfachte Risikoprüfung der KfW bei Krediten bis zu 3 Mio. Euro.

VORTEILE DES KfW SONDERPROGRAMMS? Das Sonderprogramm schafft weitere Erleichterung für die Wirtschaft. Eine höhere Haftungsfreistellung durch die KfW von bis zu 90% bei Betriebsmitteln und Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen erleichtern den Banken und Sparkassen die Kreditvergabe.

WER PROFITIERT VOM KfW SONDERPROGRAMM? Die Programme stehen den Unternehmen zur Verfügung, die wegen der Corona-Pandemie vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten gerieten. Konkret heißt dies für Sie, dass alle Unternehmen, die zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten waren, einen Kredit beantragen können. Hiermit können Investitionen und Betriebsmittel finanziert werden.

WIE STELLE ICH DEN ANTRAG ZUM KfW-SONDERPROGRAMM? WIE VERLÄUFT DIE ABWICKLUNG? Anträge können über die Hausbank gestellt werden. Auszahlungen erfolgen schnellstmöglich. Eine einfache und unbürokratische Antragsbearbeitung ist sichergestellt.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier äußerte sich wie folgt zum KfW Sonderprogramm: "Die verbesserten Förderbedingungen im KfW-Sonderprogramm 2020 sind hier eine wichtige Stütze für die Wirtschaft. Anträge werden schnell und unbürokratisch abgewickelt. Die Auszahlung erfolgt schnellstmöglich, denn wir wissen, dass für viele Unternehmen jede Woche zählt.“

3. Soforthilfen für kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler

WAS SIND SOFORTHILFEN? Die Soforthilfe dient dazu, die wirtschaftliche Existenz der Unternehmen zu sichern und Liquiditätsengpässe durch die Folgen der Corona-Pandemie zu überbrücken.

WER IST ANTRAGSBERECHTIGT? Unternehmen und Selbständige aus allen Wirtschaftsbereichen mit bis zu fünf Beschäftigten können einen einmaligen Zuschuss von bis zu 9.000 Euro für drei Monate beantragen. Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten können einen einmaligen Zuschuss von bis zu 15.000 Euro, ebenfalls für drei Monate beantragen.

WO WIRD DER ANTRAG GESTELLT? Die Bundesländer haben die Umsetzung und Auszahlung der Hilfen übernommen. Die Anträge können also bei den zuständigen Ansprechpartnern in den Ländern elektronisch gestellt werden. Eine Übersicht über die zuständigen Stellen in den Ländern gibt es hier.

4. Wirtschaftsstabilisierungsfonds

WAS IST DER WIRTSCHAFTSSTABILISIERUNGSFONDS (KURZ WSF)? Der WSF dient der Stabilisierung der Wirtschaft in Folge der Coronavirus-Pandemie. Der Fonds stellt Unternehmen branchenübergreifend Stabilisierungsmaßnahmen zur Stärkung ihrer Kapitalbasis und zur Überwindung von Liquiditätsengpässen bereit.

FÜR WEN GIBT ES DEN WSF? Der WSF richtet sich an Unternehmen der Realwirtschaft, deren Bestandsgefährdung erhebliche Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort oder den Arbeitsmarkt in Deutschland hat.

WAS SIND DIE SANIERUNGSINSTRUMENTE DES WSF? Der WSF sieht zwei Stabilisierungsinstrumente vor (die kombinierte Anwendung ist möglich): Es bestehen Garantien des Bundes zur Absicherung von Krediten einschließlich Kreditlinien und Kapitalmarktprodukten im Fremdkapitalbereich und Rekapitalisierungen zur direkten Stärkung des Eigenkapitals.

WO STELLE ICH MEINEN ANTRAG? Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist Ansprechpartner für die Unternehmen und zuständig für die Prüfung der Anträge.

WER ENTSCHEIDET ÜBER MEINEN ANTRAG? Über Garantien in Höhe von 100 bis 500 Millionen Euro sowie über Rekapitalisierungen bis 200 Millionen Euro entscheiden Bundesministerium für Wirtschaft und Bundesministerium für Finanzen im Einvernehmen. Garantien ab 500 Millionen Euro und Rekapitalisierungen ab 200 Millionen Euro werden dem interministeriellen WSF-Ausschuss vorgelegt.

5. Bürgschaften der Bürgschaftsbanken und Großbürgschaften

WAS SIND BÜRGSCHAFTEN? In Baden-Württemberg vergibt etwa die L-Bank als Bürgschaftsbank Bürgschaften. Die Bürgschaftsbanken geben den Banken betroffener Unternehmen eine Sicherheit für Investitions- oder Betriebsmittelkredite, mit denen die Unternehmen einen krisenbedingten Liquiditätsbedarf (z. B. durch Einnahmeausfälle oder -rückgänge) decken. Diese Sicherheit der Bürgschaftsbanken besteht darin, dass die Bürgschaftsbank eine Erklärung abgibt, dass sie als Bürgin im Falle des finanziellen Ausfalls des Unternehmens die Tilgung der Raten übernehmen wird.

WER IST ADRESSAT DER BÜRGSCHAFTEN? Jedes mittelständische Unternehmen oder jeder Freiberufler mit tragfähigem Geschäftsmodell, der von der Corona-Krise betroffen ist und dessen Hausbank für die Absicherung der erforderlichen Liquiditätsfinanzierung eine zusätzliche Sicherheit bis maximal 20 Mio. € benötigt, kann Adressat einer Bürgschaft sein.

WAS KANN MIT BÜRGSCHAFTEN FINANZIERT WERDEN? Investitionsfinanzierungen, Betriebsmittelkredite, Umschuldung von Lieferantenverbindlichkeiten und Avalkredite und Avalkredite können durch die Bürgschaften finanziert werden.

Was kann nicht finanziert werden? Die Bürgschaften sichern jedoch keine sonstigen Umschuldungen ab.

WIE STELLE ICH EINEN ANTRAG? Sie müssen den Bürgschaftsantrag immer über Ihre Hausbank stellen. Ihre Hausbank leitet den Antrag dann an die Bürgschaftsbank weiter. Die Bürgschaftsbank arbeitet eng mit Ihren Banken und Sparkassen vor Ort zusammen. Die Hausbank gibt zur Vereinfachung des Bearbeitungsverfahrens notwendige Bestätigungen ab.

6. Neue Regelungen: Weitere Unterstützung für sämtliche Branchen

Das Ministerium für Wirtschaft arbeitet an neuen Lösungen für bisher noch kaum oder nicht bedachte Branchen wie die Veranstaltungsbranche sowie die Messe-und Ausstellungsbranche. Vor allem dem Hotel- und Gaststättengewerbe soll unter die Arme gegriffen werden.

Zudem sind verbesserte Ausschreibungsmöglichkeiten und Zuschussprogramme für Modernisierungen und Renovierungen während der auftragslosen Zeit geplant. Auch bei den Krediten der staatlichen Förderbank KfW sollen die Leistungen nachgebessert werden, etwa durch bessere Tilgungszuschüsse. Darüber hinaus wird ein sogenannter Unternehmerlohn diskutiert, der für Freiberufler und Soloselbstständige interessant sein könnte, sofern diese nicht anderweitig förderberechtigt seien und deswegen in die Grundsicherung fallen könnten. In einigen Bundesländern wird diese Corona-Hilfe für Freiberufler und Soloselbstständige bereits umgesetzt. So zahlt Nordrhein-Westfalen einen Unternehmerlohn von monatlich 1000 Euro. Es besteht Potential, dass dieses Modell zu einem bundesweiten Vorbild werden könnte.

7. Fristen

Die laufenden Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen sollen den Plänen zufolge um ein halbes Jahr bis zum 30. Juni 2021 verlängert werden. Derzeit würden die Hilfen zum Jahresende auslaufen.

 

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Es wird unsere Aufgabe sein, Sie von der Beratung bis hin zur Umsetzung der besprochenen Strategie zu begleiten.

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