Insolvenz-Prophylaxe durch Unternehmensplanung

30.04.2020

LESEZEIT:

Besser heute vorbeugen als morgen retten!

Diesen Satz nehmen wir in diesem Beitrag für bahre Münze und hangeln uns an den Möglichkeiten entlang, wie Sie einer Krise schon jetzt mit Insolvenz-Prophylaxe durch Unternehmensplanung entgehen können.

Einer Insolvenz können Sie vorbeugen – und wir sagen Ihnen: Das geht mit systematischer Unternehmensplanung.

Pläne sind wichtig und sicherlich wird nicht immer alles nach Plan laufen, aber Pläne geben eine Richtung vor. An diesen Plänen können Sie sich orientieren und sie geben in schwierigen Zeiten eine Richtung vor.

Was sollte Unternehmensplanung berücksichtigen?


Gerade mittlere und kleine Unternehmen setzen oft gerade auf ihre individuelle Stärke und Flexibilität und tun sich eher schwer mit Unternehmensplanung. Doch diese Planung ist kein Buch mit sieben Siegeln: Bei der Unternehmensplanung geht es darum, die Ziele Ihres Unternehmens und deren einzelnen Schritte festzulegen. Diese Planung muss somit alle Faktoren, die Einfluss auf die angestrebte Entwicklung Ihres Betriebes haben und bewerten, welchen Einfluss sie einzeln und im Zusammenspiel untereinander haben.

Wenn Sie dies stets bei der täglichen Umsetzung berücksichtigen, dann sichern Sie Ihre Liquidität und lassen Insolvenz-Gefahren gar nicht erst aufkommen.

Nicht ausreichend wäre es, Ihr Unternehmen allein auf ein bestimmtes Ergebnis hinzutrimmen und es nur darüber zu steuern. Denn neben Ihrem EBIDTA (engl. „Earning before Interests, Taxes, Depreciation and Amortisation“, also dem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) gibt es noch andere wichtige Erfolgsindikatoren.

Beachten Sie diese zehn Treiber, die Ihnen in Ihrem Unternehmen den Erfolg garantieren. Wenn Sie diese im Auge behalten, können Sie Ihr Unternehmen stark beeinflussen, auf die Erfolgsspur bringen und es dort im besten Fall auch halten.

  1. Einnahmen
    Analysieren Sie welche Einnahmen Ihr Unternehmen hat und ob sie pünktlich und regelmäßig fließen. Dazu gehört, dass man mit seinem Geld vorausschauend umgeht, also auch Reserven hat, wenn sich die Auftragslage verschlechtert oder andere unvorhergesehene Fälle eintreten. So ein Fall kann das Ausscheiden eines wichtigen Mitarbeiters mit profundem Wissen und besten Kundenkontakten sein.

  2. Ausgaben
    Kontrollieren Sie die Entwicklung Ihrer Verbindlichkeiten, die sie bedienen müssen: Dies sind etwa Gehälter, Sozialleistungen, Rechnungen von Lieferanten und andere Kosten. Eventuell können Sie einen Kredit früher abbezahlen und sind dadurch schneller schuldenfrei.

  3. Kapitalbedarf
    Neben der Übersicht über Ihre Einnahmen und Ausgaben sollten Sie sich auch regelmäßig um Ihren Finanzbedarf kümmern: Beispiele hierfür sind Kredite und andere Finanzmitel wie staatliche Förderungsmittel, Venture Capital oder Geld durch die Ausgabe von Bonds oder Aktien.
  4. Investitionen
    Eng mit Liquidität und Kapitalbedarf hängt die Frage nach Investitionen zusammen. Denn der gezielte Einsatz von Kapital für Innovationen, Maschinen, Gerüsten, Gebäude, Aus- und Fortbildung der Beschäftigten ist für die Sicherung Ihrer Zukunft überlebensnotwenig.

  5. Ihre Marktposition
    Festigen Sie Ihre Stellung auf dem Markt und versuchen Sie, diese mit Augenmaß auszubauen. Sie sollten Ihre potentiellen Schwachstellen kennen und sich damit befassen, wie man diese angehen kann. Ist Ihr Unternehmen abhängig vom Wetter oder saisonalen Bedingungen? Wie agiert der Wettbewerb und was kann dies für Ihr Unternehmen bedeuten? Diese Fragen will die Unternehmensplanung beantwortet wissen.

  6. Ihre Geschäftsprozesse und Ihr Change Management
    Überprüfen Sie regelmäßig alle Abläufe im Unternehmen und das Zusammenwirken sämtlicher betrieblicher Funktionen. Betriebliche Funktionen meint: Entwicklung, Fertigung, Marketing, Vertrieb und Verwaltung. Erzeugen Sie messbaren Mehrwert? Bei Bedarf sollten Sie mit Change Management die notwendigen Veränderungen einleiten.

  7. Risikomanagement
    Analysieren Sie, welche Risiken bestehen oder aufkommen können. Methoden hierfür sind zum Beispiel die Monte-Carlo-Simulation oder die SWOT-Analyse. Treffen Sie für die Risiken soweit möglich Vorkehrungen in der Technik, in den Geschäftsprozessen und im Finanzplan. Andererseits sollten Sie Ihr unternehmerisches Handeln nicht unnötig einschränken und das kalkulierbare Risiko nicht scheuen. Suchen Sie stattdessen lieber nach Wegen, um Ihr Unternehmen zu optimieren und den Nutzen für Ihre Kunden zu steigern.

  8. Controlling und Compliance
    Ein konsequentes Controlling sämtlicher betrieblicher Vorgänge im Unternehmen ist unumgänglich. Dazu kommt die Compliance, die Sie im Unternehmen walten lassen müssen. Damit ist die Gesetzestreue in allen, auch in schwierigen Situationen gemeint. Zwei Kernthemen sind das Ausschalten von Bestechung und das Einhalten der Regeln für Steuern und Abgaben.

  9. Unternehmensplanung in drei Zeitzonen
    Teilen Sie Ihre Unternehmensplanung in drei Phasen ein: kurzfristig, mittelfristig und langfristig. Dadurch können Sie Prioritäten setzen, unterschiedliche Dringlichkeitsstufen schaffen und eine bessere Übersicht behalten.

  10. Ganzheitliches Denken und Handeln
    Versuchen Sie Ihre Unternehmensplanung ganzheitlich zu betrachten. Dazu gehören Prozesse verschiedener Abteilungen, die ineinander verzahnt sind. Dazu gehört aber auch, dass Sie nicht einzelne Probleme und Abteilungen ins Auge fassen, sondern Ihr Unternehmen in seiner Gesamtheit führen.

 

Fazit

Damit Sie immer „auf’s richtige Pferd setzen“, empfehlen wir Ihnen, rechtzeitig Expertenwissen einzuholen. Dann können Sie Ihre Unternehmensplanung strategisch ausgereift, kraftvoll und nachhaltig angehen.

 

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