Insolvenz­anfechtung: Was wird rückgängig gemacht?

04.03.2020

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  Insolvenzanfechtung: Was wird rückgängig gemacht? Was wird rückgängig gemacht? Auch private Schuldner müssen vor dem Insolvenzantrag gut über Ausgaben nachdenken. Andernfalls lassen sich viele Handlungen und vor allem Zahlungen durch den Insolvenzverwalter rückgängig machen. Ziel ist eine gleichmäßige Befriedigung der Insolvenzgläubiger. Wer diese aktiv verhindert, muss mit der Rückabwicklung vieler Zahlungen rechnen. Die Insolvenzanfechtung übt meist einen großen Druck auf den Schuldner aus. Bloße Verschiebungen von Vermögen werden dann rückgängig gemacht und an die Gläubiger verteilt. Auch das Weitergeben von Vermögen und Wertgegenstände an Freunde und Verwandte kann wieder aufgehoben werden. So holt der Insolvenzverwalter die Werte wieder in die Insolvenzmasse zurück und schafft Gerechtigkeit für alle Gläubiger. Folgende Rechtshandlungen lassen sich laut InsO anfechten und rückgängig machen.
  • Fällige Schulden bezahlt:
Begleichen Sie in den letzten drei Monaten vor der Insolvenz noch fällige Schulden, können diese zurückgeholt werden. Voraussetzung ist, dass der Gläubiger von der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners wusste. Als Fachbegriff wird hier die kongruente Deckung verwendet.
  • Nicht fällige Schulden bezahlt:
Haben die Gläubiger keinen Anspruch auf die Zahlung der Schulden, handelt es sich kurz vor der Insolvenz um eine inkongruente Deckung. Hier kann jede Handlung vom Insolvenzverwalter angefochten werden, die nicht länger als einen Monat vor Antragstellung erfolgte. Bei Handlungen, die vor diesem Zeitraum erfolgt sind, muss bereits die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners für die Anfechtung vorgelegen haben.
  • Nachteilige Rechtshandlungen:
Zu den nachteiligen Rechtshandlungen gehört beispielsweise der Verkauf von Sachwerten zu einem zu geringen Preis. Beispiel: Sie verkaufen ihr neues Auto für einen Preis von 100 Euro.
  • Unentgeltliche Leistungen:
Im Zeitraum von vier Jahren vor der Insolvenz können unentgeltliche Leistungen angefochten werden. Davon sind gebräuchliche Geschenke geringen Wertes ausgenommen.
  • Vorsätzliche Benachteiligung:
Besteht eine vorsätzliche Benachteiligung eines Gläubigers in einem Zeitraum von 10 Jahren vor der Insolvenz, können auch hier Handlungen und Zahlungen rückgängig gemacht werden.  

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