Wann ist eine GmbH zahlungsunfähig? – Schützen Sie sich vor dem Vorwurf der Insolvenz­verschleppung

07.03.2020

LESEZEIT:

Wann ist eine GmbH zahlungsunfähig? Geschäftsführer einer GmbH, Ltd. oder AG müssen der Antragspflicht zur Insolvenz folgen, wenn Zahlungsunfähigkeit vorliegt. Der Zeitraum sieht vor, den Insolvenzantrag innerhalb von drei Wochen nach vorliegender Zahlungsunfähigkeit beim Gericht einzureichen. Stellt sich jedoch die Frage, ab wann man eine solche Gesellschaft als zahlungsunfähig bezeichnen kann. Das Gesetz sieht hier keine eindeutige Regelung vor, unter welchen Bedingungen genau eine Zahlungsunfähigkeit besteht. Demnach richtet sich die Beurteilung nach jedem Einzelfall. Der Richter entscheidet selbst nach seiner Meinung und seinem Ermessen, ob der Antrag zur rechten Zeit eingereicht worden ist und ab wann man die GmbH als zahlungsunfähig bezeichnen kann.

Vorsicht ist das oberste Gebot

Als Geschäftsführer sollten Sie deshalb selbst sehr vorsichtig sein. Richter handeln oft nach eigener Willkür, ob Zahlungsunfähigkeit vorliegt, sodass von Ihnen Sorgfalt und ein paar Reserven gefragt sind. Rechtlich ist der Zahlungsunfähigkeit immer vorausgesetzt, dass die Forderungen der Gläubiger tatsächlich gültig sind und diese verlangt werden können. Die Forderung muss laut Rechnung komplett fällig sein. Regeln Sie mit dem Gläubiger beispielsweise eine Ratenzahlung, so ist die nicht komplette Rechnung fällig, sondern nur die jeweilige Rate. Von Zahlungsunfähigkeit spricht man auch, wenn Sie als Schuldner Ihren Zahlungspflichten nicht mehr nachkommen können. Hierbei prüfen die Richter die liquiden Mittel des Unternehmens und stellt diese den fälligen Schulden gegenüber. Sobald die Schulden überwiegen, gilt ihr Unternehmen als zahlungsunfähig. Dabei zählt nur sofort verfügbares Geld zu den liquiden Mitteln. Sachgüter und Grundstücke können hier nicht eingeschlossen werden. Trotz hoher Sachwerte ist Ihr Unternehmen also dennoch zahlungsunfähig. Mögliche Vorboten der Zahlungsunfähigkeit sind folgende:
  • Schließung einer Filiale
  • Zahlungsziele werden genutzt
  • Pfändung
  • Überfällige Sozialabgaben oder Steuern
  • Lieferungen nur gegen Vorkasse
  • Ausbleibende Löhne
  • Eidesstattliche Versicherung

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