Alle Phasen auf einen Blick.

Sie stecken in der Schuldenfalle und überlegen, ob die Privatinsolvenz das Richtige für Sie sein könnte? Viele unserer Mandanten befürchten bei Ihrem ersten Besuch in unserer Kanzlei, für sehr lange Zeit in ihrer Lebensführung beschränkt zu werden.

Doch der geordnete Weg aus den Schulden sorgt eigentlich umgekehrt für mehr Luft zum Atmen. Denn während der gesamten Zeit müssen Sie nur das zahlen, was Sie leisten können und sind ansonsten vor Ihren Gläubigern geschützt. Am Ende des gesamten Verfahrens werden Sie mit der Schuldenfreiheit belohnt.

Auch die Dauer ist für Sie überschaubar: Zwischen dem ersten Gang zum Anwalt und der
Restschuldbefreiung vergehen im besten Fall etwas über drei und
maximal knapp über sechs Jahre. Diese setzen sich folgendermaßen zusammen:

Icon, das die Zahl Eins abbildet
Vorbereitungsphase
ca. 2-3 Monate
Icon, das die Zahl Zwei abbildet
Gerichtliches Privatinsolvenzverfahren
ca. 1 Jahr
Icon, das die Zahl Drei abbildet
weitere 2-5 Jahre
  • Regelfall: 5 Jahre
  • Wenn man alle Verfahrenskosten zahlt: 4 Jahre
  • Wenn man zusätzlich 35 % der Gläubigerforderungen zahlt: 2 Jahre
  • Vorzeitiges Beenden des Verfahrens

Dauer der Vorbereitungsphase

Wir haben die wichtigsten Informationen zur Dauer aller Phasen noch einmal für Sie zusammengefasst.

Wie viel Zeit die Vorbereitung einer Privatinsolvenz in Anspruch nimmt, hängt in der Praxis davon ab, ob Sie rechtzeitig geeignete Hilfe in Anspruch nehmen. Mit unserer Unterstützung dauert diese Zeit in etwa vier bis sechs Wochen. Gerne übernehmen wir für Sie die notwendigen vorbereitenden Schritte.

  • Erster Beratungstermin: Einschätzung Ihrer persönlichen und finanziellen Lage
  • Kontaktaufnahme mit Ihren Gläubigern, um den aktuellen Forderungsstand zu erfragen
  • Vollständige und aktuelle Aufstellung Ihrer Schuldpositionen
  • Erstellung eines professionellen Schuldenbereinigungsplans
  • Gesetzlich verpflichtender außergerichtlicher Einigungsversuch mit Ihren Gläubigern
  • Vorbereitung und Einreichen des Antrags auf Privatinsolvenz bei Gericht
  • Vorbereitung und Einreichen des Antrags auf Stundung der Verfahrenskosten
  • Vorbereitung und Einreichen des Antrags auf Restschuldbefreiung

Ist der Antrag auf Privatinsolvenz bei Gericht eingegangen, müssen Sie im Regelfall fünf bis sechs Wochen warten, bis das Insolvenzverfahren vom Gericht eröffnet wird. Die Dauer kann sich verlängern, wenn das Gericht erneut die Gläubiger anschreibt und um einen außergerichtlichen Kompromiss bittet. Noch länger kann es dauern, wenn sich die Zahlung der Verfahrenskosten verzögert. Wir stellen für Sie jedoch zeitgleich mit dem Antrag auf Privatinsolvenz den Antrag auf Stundung der Kosten, sodass Sie sich weder um das Geld noch um die Zeit sorgen müssen.

Um das Verfahren zu beschleunigen, sollten Sie den außergerichtlichen Einigungsversuch in jedem Fall von Anfang an durch unsere Kanzlei begleiten lassen. Bevor später ein Antrag auf Privatinsolvenz gestellt werden kann, muss das Scheitern des Versuchs nach der Insolvenzordnung durch eine geeignete Person oder Stelle bestätigt werden. Neben einem auf Insolvenzrecht spezialisierten Rechtsanwalt kommen hierfür auch die öffentlichen Schuldnerberatungsstellen in Frage.
Allerdings müssen Sie dort auf eine Beratung häufig bis zu 12 Monate warten, da die Wartelisten für einen Termin lang sind. Sobald uns Ihre Unterlagen vorliegen, können wir innerhalb von wenigen Tagen mit der Vorbereitung beginnen.

Dauer des Privatinsolvenzverfahrens

Das gerichtliche Privatinsolvenzverfahren dauert etwa ein Jahr und beinhaltet folgende Schritte:

Icon eines Menschen bestehend aus dem Oberkörper und dem Kopf

Das Gericht setzt für Sie einen Insolvenzverwalter ein.
Icon eines Netzwerks

Dieser verwertet Ihr pfändbares Vermögen & verteilt es an die Gläubiger.
Icon mehrerer Geldscheine

Außerdem sichert er Ihre unpfändbaren Einkünfte vor anderen Ansprüchen.
Icon eines Netzwerks

Die Phase endet mit einer Schlussverteilung.

Der längste Abschnitt und zentraler Punkt in der Insolvenz ist die Wohlverhaltensphase. Sie startet mit der Schlussverteilung im Verfahren und dauert im Regelfall fünf Jahre. Damit endet sie etwa sechs Jahre nach der Verfahrenseröffnung.

Mit dem am 1. Juli 2014 in Kraft getretenen Reformgesetz lässt sich die Privatinsolvenz sogar unter bestimmten Voraussetzungen auf fünf oder drei Jahre verkürzen. Diese Möglichkeit gilt jedoch nur für Verbraucherinsolvenzverfahren, die nach dem 30. Juni 2014 angemeldet wurden.

Wie lässt sich die Wohlverhaltensphase verkürzen?

  1. Zahlung aller Verfahrenskosten

    Hat man zum Zeitpunkt der Anmeldung der Restschuldbefreiung bereits alle Verfahrenskosten gezahlt und verzichtet damit auf eine weitere Stundung, kann man die Restschuldbefreiung bereits nach weiteren 4 Jahren, also insgesamt 5 Jahre nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragen.

  2. Zahlung zusätzlicher 35 % der Gläubigerforderungen

    Gelingt es dem Schuldner, über die Verfahrenskosten hinaus mindestens 35 % der angemeldeten Gläubigerforderungen zu begleichen, so kann man bereits 2 Jahre später, also nach 3 Jahren ab Verfahrenseröffnung, schuldenfrei sein.

    Beispiel:

    • Sie haben 30.000 € Schulden bei Ihren Gläubigern. Davon müssen Sie innerhalb von 3 Jahren 35 %, also 10.500 € zurückzahlen.
    • Die Verfahrenskosten richten sich danach, wie viel verwertbares Vermögen an die Gläubiger zu verteilen ist. Liegt dies bei Null, betragen die Kosten etwa 1.500 bis 2.000 €.
    • Insgesamt müssten Sie also mindestens 12.000 € von 30.000 € innerhalb von drei Jahren zahlen.
  3. Vorzeitiges, erfolgreiches Beenden der Privatinsolvenz

    Eine neue Möglichkeit, die Wohlverhaltensphase abzukürzen, ist das Verbraucherinsolvenzplanverfahren. Dieses ist seit Juli 2014 für alle Verbraucherinsolvenzen möglich. Dabei handelt es sich um einen erneuten, individuellen Einigungsversuch mit Ihren Gläubigern. Sollten alle dem Plan nun zustimmen – die Wahrscheinlichkeit dafür ist nun während des Insolvenzverfahrens relativ hoch – ist das Insolvenzverfahren für Sie beendet. Sie müssen dann nur noch die vereinbarten Summen zahlen.

    Schaffen Sie es hingegen, alle Verfahrenskosten sowie 100 % der angemeldeten Forderungen Ihrer Gläubiger zu begleichen, so endet die Privatinsolvenz mit der sofortigen Restschuldbefreiung.

Welches Verfahren ist das richtige für Sie?

Die Aussichten, die Privatinsolvenz so kurz wie möglich zu halten, sind natürlich verlockend. Doch die damit einhergehenden höheren Zahlungen können zu einer zusätzlichen Belastung führen, die Sie vielleicht gerade vermeiden wollen. Die Dauer einer Privatinsolvenz hängt damit insbesondere von Ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten ab.

Um zu entscheiden, ob ein verkürztes Verfahren für Sie in Frage kommt, sollten Sie sich ausführlich von unseren Rechtsanwälten beraten lassen. Wir können gemeinsam einen Finanzplan erstellen, mit welchem die verkürzte Restschuldbefreiung gelingen kann.

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Der größte Fehler in solchen Situationen ist es, nichts zu tun. Aus der anfänglichen Verschuldung wird in einem schleichenden Prozess dann zwangsläufig eine schwer lösbare Überschuldung. Die Folgen können die ganze wirtschaftliche Existenz bedeuten.