Schützen Sie sich vor Missbrauch.

Droht einem Schuldner die Zahlungsunfähigkeit, verfolgt das Insolvenzverfahren den Versuch, neben der möglichen Sanierung des Unternehmens einen gerechten Interessenausgleich der Gläubiger untereinander zu erreichen. Die Gläubiger sollen durch die Verwertung des Vermögens des Schuldners ihre Forderungen weitest möglich und gleichmäßig erhalten und keiner der Gläubiger soll dabei bevorteilt werden.

Natürlich möchte jeder Gläubiger zunächst seine Forderung haben. Dies birgt die Gefahr von Missbräuchen. Ebenso kann es auch der Schuldner selbst sein, der Vermögen beiseiteschaffen will, um dieses dem Insolvenzverfahren zu entziehen. Dies kann vor allem die Übertragung von Immobilien, aber auch von anderen Vermögenswerten, wie beispielsweise Zahlungen an Dritte oder Familienmitglieder betreffen. Um dies zu verhindern, ordnet das Insolvenzgericht ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens eine Verfügungssperre des Schuldners an. Damit darf der Schuldner ab Eröffnung des Insolvenzverfahrens keine Vermögensverfügungen mehr vornehmen. Zudem erhält der Insolvenzverwalter die Befugnis, in bestimmten Fällen Rechtshandlungen des Schuldners mit einem Gläubiger anzufechten und erfolgte Vermögensverschiebungen rückgängig zu machen.

In Insolvenzverfahren ist häufig mit Anfechtungen des Insolvenzverwalters zu rechnen. Die Vorschriften der Insolvenzanfechtung sind kompliziert und immer wieder Gegenstand der Rechtsprechung. Wer mit einer Insolvenzanfechtung konfrontiert wurde, der sollte umgehend zu einem Fachanwalt für Insolvenzrecht gehen. Dieser wird versuchen, die Darstellungen zu entkräften, auf welche der Insolvenzverwalter die Anfechtung und damit eine Rückforderung stützt.

Folgende Punkte sind grundsätzlich zu beachten:

  1. Die Insolvenzanfechtung ist in den §§ 129 ff. InsO geregelt
  2. Besonderes Augenmerk ist auf Rechtshandlungen in den letzten drei Monaten vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu legen
  3. Eine Vorsatzanfechtung kann Rechtshandlungen seit dem Inkrafttreten des Rechts zur neuen Insolvenzanfechtung am 05.04.2017 bis zu vier Jahren vor Eröffnung der Insolvenz erfassen
  4. Zurückzuzahlende Geldforderungen sind zu verzinsen

 

Für weitere Informationen lesen Sie auch in unserem kostenlosen Insolvenz Blog weiter: „Grundlagen der Insolvenzanfechtung 2016“

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