Was bleibt mir in der Insolvenz?

Lesezeit: 3 Minuten

Was bleibt mir in der Insolvenz? Der insolvente Schuldner sieht sich regelmäßig bezüglich seiner eigenen Existenz bedroht. Deshalb wollen wir hier die brennende Frage beantworten, was dem Schuldner in der Insolvenz verbleibt.

 

Was darf ich behalten: Den Selbstbehalt

Sowohl bei Pfändungen vor dem Insolvenzverfahren als auch im Insolvenzverfahren selbst werden dem zahlungsunfähigen Schuldner Beträge zugestanden, mit denen er seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Diese Beträge, die Selbstbehalt in der Privatinsolvenz bzw. Pfändungsfreigrenze genannt werden, sind der Pfändung bzw. dem Insolvenzverfahren nicht unterworfen. Hier macht es insoweit keinen Unterschied, ob es sich um eine Pfändung durch einen Gerichtsvollzieher außerhalb eines Insolvenzverfahrens oder um die Durchführung einer Insolvenz handelt – die Grenzen sind identisch bzw. werden gleich ermittelt. Die Pfändungsgrenzen werden regelmäßig alle zwei Jahre angepasst. Als Grundlage für die Ermittlung des Selbstbehalts dient das sog. bereinigte Nettoeinkommen (dazu gleich) des Schuldners. Zudem richtet sich die Höhe des Selbstbehalts nach der Anzahl der Personen, für die der Schuldner Unterhalt erbringen muss. Wer diese Werte ermittelt hat, der kann seinen Selbstbehalt bzw. seine Pfändungsfreigrenze auch bequem durch unseren Pfändungsrechner ausrechnen lassen.

Nun fragen Sie sich, welchen Betrag diese Tabelle in Ihrem Fall genau schützt?

Unser Pfändungsrechner spuckt Ihnen Ihre persönliche Pfändungsfreigrenze mit wenigen Klicks aus: Schauen Sie hier vorbei.

 

Die Pfändungstabelle sichert Ihr Existenzminimum

In jeder Privatinsolvenz gibt es für den Schuldner einen Selbstbehalt. Die Grenzen dafür werden in der Pfändungstabelle (Pfändungstabelle und Selbstbehalt) geregelt. Ziel ist es, die Existenz mit diesem Pfändungsschutz abzusichern. Da die Pfändungsgrenzen öffentlich gemacht werden, haben Sie als Schuldner stets den Überblick über ihren Selbstbehalt in der Privatinsolvenz. Der Vorteil: Sie wissen vorher, ob Ihnen die finanziellen Mittel für den Lebensunterhalt ausreichen. Wir haben Ihnen hier die aktuelle Pfändungstabelle aufbereitet.

 

Pfändung Ihres Gehalts: Hier gibt es Besonderheiten

Der pfändbare Lohnanteil berechnet sich aus dem bereinigten Nettogehalt. Viele Schuldner kennen sich mit der Berechnung nicht aus und wissen nicht, was Ihnen monatlich zusteht. Über unseren Pfändungsrechner rechnen Sie sich bequem den verbleibenden Betrag nach der Pfändung aus. Zu berücksichtigen sind dabei die Unterhaltspflichten. Haben Sie unterhaltspflichtige Kinder? Dann bleibt Ihnen eine höhere Pfändungsgrenze. Diese Fakten gelten bei jeder Pfändung.

Doch gerade bei der Lohnpfändung gibt es besondere Teile, die nicht pfändbar sind und auf die Ihre Gläubiger somit keinen Zugriff haben. Die Besonderheiten der Lohnpfändung bestehen in diesen unpfändbaren Einkommensbestandteilen:

  • Die Hälfte der Vergütung für Mehrarbeit (Überstunden; Stundenlohn und Zuschläge).
  • Das zusätzliche Urlaubsgeld (die Lohnfortzahlung während des Urlaubs ist pfändbar).
  • Zuwendungen aus Anlass eines besonderen Betriebsereignisses und Treugelder, soweit sie den Rahmen des Üblichen nicht übersteigen.
  • Aufwandsentschädigungen, Auslösungsgelder und sonstige soziale Zulagen für auswärtige Beschäftigungen.
  • Entgelt für selbstgestelltes Arbeitsmaterial.
  • Gefahrenzulagen sowie Schmutz- und Erschwerniszulagen, soweit diese Bezüge den Rahmen des Üblichen nicht übersteigen.
  • Weihnachtsvergütungen bis zum Betrag der Hälfte des monatlichen Arbeitseinkommens, höchstens aber bis zum Betrag von 500 Euro.
  • Heirats- und Geburtsbeihilfen, sofern die Vollstreckung wegen anderer als der aus Anlass der Heirat oder der Geburt entstandenen Ansprüche betrieben wird.
  • Erziehungsgelder, Studienbeihilfen und ähnliche Bezüge.
  • Sterbe- und Gnadenbezüge aus Arbeits- oder Dienstverhältnissen.
  • Blindenzulagen
  • Vermögenswirksame Leistungen

 

Fazit: Was bleibt mir in der Insolvenz?

Ziel des Insolvenzverfahrens ist es, dass der Schuldner seine Gläubiger bedient. Das bedeutet aber nicht, dass dem Schuldner nichts mehr zum Leben verbleibt. Dieser Beitrag zeigt Ihnen die wichtigsten Eckpunkte auf. Wir raten Ihnen jedoch, sich mit einem Profi auf diesem Gebiet ein umfassendes Bild Ihres genauen Falls zu machen. Mit der Hilfe eines Experten erlangen Sie einen Überblick darüber, wie Sie Ihr Leben in der Insolvenz gestalten dürfen.

 

 

Sie benötigen unsere Hilfe? Wir gehen diesen Weg mit Ihnen!

Wir bieten Ihnen einen umfassenden Service:

Es wird unsere Aufgabe sein, Sie von der Beratung bis hin zur Umsetzung der besprochenen Strategie zu begleiten.

Dabei umfasst unser Leistungspaket neben den rechtlichen, auch die steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Angelegenheiten. Ganz gleich in welcher Rechtsform Sie ihre Unternehmung betreiben: Unser zufriedener Mandantenstamm besteht aus Einzelunternehmern, Personengesellschaften bis hin zu Kapitalgesellschaften.

 

Profitieren Sie von unserer ganzheitlichen Beratungsphilosophie: Wir bringen Sie an Ihr Ziel als Ihr persönlicher

Mutmacher

Problemlöser

Querdenker

Erfolgstrainer

Überlebenstrainer und

Kapitalbeschaffer.

 

Mehr zu diesem Thema und weitere Informationen zu vielen anderen Themen finden Sie auf der Homepage der Kanzlei Schmidt.

 

Für hilfreiche Videos zu anderen Fragestellungen klicken Sie hier.

 

 

 

Insolvenz Glossar

Alles rund um das Insolvenzrecht finden Sie in unserem Glossar.

A B C D E F G H I J K L M N O Ö P R S T U Ü V W Z