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Überleben trotz Schulden: Wie die Pfändungsschutztabelle Ihnen helfen kann

Essen oder sparen

Die Pfändungsschutztabelle ist ein wichtiges Instrument im deutschen Recht, das Menschen, die Schulden haben, davor schützt, dass ihnen zu viel Geld weggenommen wird. Ich erkläre dir das in einfacher Sprache.

Rechtliche Grundlage: Die Pfändungsschutztabelle, die ihren rechtlichen Rahmen im § 850c der Zivilprozessordnung (ZPO) findet, spielt eine zentrale Rolle im deutschen Vollstreckungsrecht. Dieser Paragraph ist entscheidend, um ein Gleichgewicht zwischen den Interessen der Gläubiger und den grundlegenden Bedürfnissen der Schuldner zu schaffen. 

Was ist Pfändung? Pfändung ist ein rechtlicher Vorgang, bei dem Gläubiger einen Teil des Einkommens eines Schuldners beanspruchen können, um eine ausstehende Schuld zu begleichen. Dies geschieht oft durch eine Lohnpfändung, bei der der Arbeitgeber des Schuldners angewiesen wird, einen Teil des Gehalts direkt an den Gläubiger zu überweisen. 

Jährliche Anpassung: Die Tabelle wird jedes Jahr zum 1. Juli angepasst. Das bedeutet, die Beträge, die man behalten darf, können sich jedes Jahr ändern. Diese Anpassung ist wichtig, weil sich auch die Lebenshaltungskosten, wie Miete oder Lebensmittel, regelmäßig ändern. 

Willen des Gesetzgebers: Der Gesetzgeber, also die Personen, die die Gesetze machen, wollen mit der Pfändungsschutztabelle sicherstellen, dass Menschen trotz Schulden ein Leben in Würde führen können. Das bedeutet, dass jeder genug Geld behalten soll, um seine grundlegenden Bedürfnisse zu decken, wie Essen, Wohnen und Kleidung. 

Aufbau der Tabelle: Die Pfändungsschutztabelle ist in verschiedene Spalten unterteilt. Diese Spalten zeigen, wie viel Geld man behalten darf, abhängig davon, wie vielen Personen man Unterhalt zahlen muss. Unterhaltspflichtige Personen können Kinder, Ehepartner oder andere abhängige Familienmitglieder sein. 

Erste Spalte: Hier steht das Nettoeinkommen. Das ist das Geld, das man nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben jeden Monat zur Verfügung hat. 

Weitere Spalten: Für jede Person, der man Unterhalt schuldet, gibt es eine eigene Spalte. Je mehr Personen man unterstützen muss, desto mehr Geld darf man behalten. 

Beispiel: Nehmen wir an, jemand verdient 1.500 Euro netto im Monat und hat keine Unterhaltspflichten. Laut der Tabelle darf ihm dann ein  Betrag bis zu 1.409,99 € nicht gepfändet werden. Hat diese Person aber ein Kind, für das sie Unterhalt zahlen muss, steigt dieser Betrag bis zu 1.940,00 €, weil das Gesetz berücksichtigt, dass das Kind auch versorgt werden muss. 

Wichtige Punkte: 

  • Die Pfändungsfreigrenzen gelten nur für Arbeitseinkommen. Andere Einkünfte, wie Mieteinnahmen, können anders behandelt werden. 
  • Wenn das Einkommen über einer bestimmten Grenze liegt, kann trotzdem ein Teil davon gepfändet werden. Aber auch hier gibt es Grenzen, um sicherzustellen, dass genug zum Leben bleibt. 
  • Die Tabelle wird regelmäßig angepasst, um sie an die aktuellen Lebenshaltungskosten anzupassen. 

Zusammenfassung: Die Pfändungsschutztabelle ist ein wichtiges Werkzeug, um Menschen mit Schulden zu helfen. Sie stellt sicher, dass sie trotz der Schulden genug Geld haben, um ein würdevolles Leben zu führen. Durch die jährliche Anpassung bleibt die Tabelle aktuell und fair. Sie berücksichtigt auch die Verantwortung gegenüber Unterhaltspflichtigen, indem sie Menschen mit Familienverpflichtungen mehr Geld zum Leben lässt. So sorgt das Gesetz dafür, dass Schulden nicht zu einer unüberwindbaren Last wird. 

Wenn Sie Fragen zu diesem oder einem anderen Thema haben, dann zögern Sie nicht uns zu kontaktieren!


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